Begegnung in Bangladesch

Kinderarbeit ist in Bangladesch zwar verboten, trotzdem tägliche Praxis. Allein in der Hauptstadt Dhaka sind es etwa 300.000 Kinder, die arbeiten, um nicht zu verhungern. Manche sind Sklaven, leben unfrei und erhalten keinen Lohn; Manche leben bei ihren Familien, werden bezahlt und arbeiten nur einige Stunden am Tag. Eine davon ist Murium, die wir direkt bei Ihrer Arbeitgeberin im Haus kennengelernt haben. Zeit für die Schule hat sie nicht. Aber sie darf regelmäßig ins „Happy Home“, ein Kinderheim, das von Brot für die Welt finanziert wird. Für sie ein Ort, an dem sie Kind sein darf.

Unser Fahrer parkt das Auto in einer sandigen kleinen Straße am Straßenrand. Unsere 4-köpfige Gruppe steigt aus und ein junges Mädchen in einem weißen Sari und einem rosa Tuch kommt auf mich zu gelaufen, sie strahlt mich an und nimmt meine Hand und kuschelt sich bei mir an. Sie hat es sich schick gemacht, es ihr Tag - wir ihr Besuch! Aneinandergeschmiegt führt sie mich auf ein Tor zu und dann, von den Männern gefolgt, in eine Wohnung direkt im Erdgeschoss. Es ist ein normaler bengalischer Haushalt, in dem drei Generationen zusammen wohnen. Die Hausbesitzerin Hmaid empfängt uns und bietet uns im ersten Raum auf Bett und Sofas einen Platz an. Auch sie setzt sich und verschleiert ihren Kopf mit einem langen weißen Tuch. Den laufenden Fernseher stellt Murium auf lautlos, dann lässt sie uns allein und verschwindet hinter einem Vorhang im Nebenraum. Die Hausbesitzerin und wir stellen uns vor und sie beantwortet uns ohne zu Zögern auf unsere Fragen. Wie alt Murium ist, wer alles im Haus Wohnt, wie viel Murium verdient, wie Murium behandelt wird. Antworten bekommt man hier im Land von jedem, auf seine Privatsphäre scheint keiner zu plädieren. Aber ob sie die Wahrheit sagt, wissen wir nicht.

Die Hausherrin sagt, das Mädchen wird nicht geschlagen

Sie sagt uns, dass Murium eines von zwei Dienstmädchen in ihrem Haushalt ist. Ihre Aufgaben sind sehr vielfältig: auf 4 Kinder aufpassen, den Haushalt bewältigen, Kochen, Putzen, und wischen. Dafür bekommt sie umgerechnet 10,-€ im Monat. Normalerweise gibt es zwei Sorten Reis, den die Bediensteten kochen müssen. Die Hausherren bekommen den guten Reis, die Angestellten müssen sich den schlechteren Reis kochen und dürfen meist auch kein Fleisch oder Fisch essen. Murium dürfe denselben Reis essen, wie die Familie. Die Dame betont, dass sie Murium gut behandle und nicht schlage. Das sei selten und trotzdem behauptet jeder, seine Angestellten gut zu behandeln. Darf Murium das Haus verlassen, um ins Happy Home zu gehen? Ja, und zwar oft täglich für 1,5 Stunden. Nach dem Gespräch dürfen wir von und mit Murium ein paar Bilder machen und Murium zeigt uns ihren Arbeitsplatz, die Küche.


Am Nachmittag sind wir im „Happy Home“, dem Kinderheim. Murium ist auch dort und wir erfahren, dass ihre Hausherrin die Wahrheit gesagt hat. Murium wird nicht von ihr geschlagen, dafür aber von ihrem Enkel, der etwa vier Jahre alt ist. Außerdem erfahren wir, dass Muriums Mutter ebenfalls im selben Haushalt arbeitet. Darüber hinaus wischt Murium den Hausflur und arbeitet in insgesamt drei Haushalten und kann so 30,-€ pro Monat verdienen. Sie wohnt mit ihrer Mutter zusammen im Slum. Sie müssen also vermutlich etwa 30,-€ Miete pro Monat für ein paar Quadratmeter zusammenbekommen und von dem verdienten Geld ihr Essen bezahlen, um zu überleben. Ob sie wirklich nicht geschlagen werden, fragen wir. „Von der alten Dame ist, aber von ihrem Enkel. Er benutzt mich als Spielzeug“ sagt sie. Trotzdem lächelt sie. Immer. Schließlich sind wir ja den weiten Weg gekommen, SIE zu treffen.  Sie ist dankbar, ihre Geschichte erzählen zu können.

Eine seltener Einblick

Im März 2014 haben Matthias Kleiböhmer und Michaela Adam vom dem Aktionsbüro Gospel für eine Gerechtere Welt ein Projekt von Brot für die Welt besucht. Für vier Tage waren sie in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch. Die lokale Organsiation „ASD- Assistance for Slumdwellers“ unterhält dort in Kooperation mit dem deutschen Hilfswerk drei Heime, eins für Jungen, zwei für Mädchen, in denen jeweils 30 Kinder, meist Halbwaisen, wohnen. Tagsüber kommen noch einmal jeweils 30 Kinder dazu, die von ihren Arbeitgebern kurz frei bekommen haben, um sich zu duschen, auszuruhen, Freunde zu treffen, etwas zu lernen oder ganz einfach Kind zu sein.

 

Weitere Informationen zum "Happy Home" und den Reisebericht gibt es hier.

"Gehorsam ist besser als Opfer."

1.Samuel 15,22

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