Schmiede statt Schule: 11 jähriger Schmied in Dhaka, Bangladesch
Ohne Ausbildung gibt es keinen Weg aus der Armut

Armut und Hunger

Armut

Rund 1 Milliarden Menschen leben in extremer Armut. Das sind rund drei Mal mehr Menschen, als in der Europäischen Union leben. Oder anders: Einer von sieben Menschen weltweit. Ist das gerecht?

Extreme Armut bedeutet Leben am Rand der Existenz. Schlechte Ernährung, geringe Lebenserwartung, hohe Kindersterblichkeit, kein sauberes Wasser. Trotz harter Arbeit reicht es nicht für ein Leben in Würde. Jährlich sterben 8,8 Millionen Kinder, die zwei häufigsten Todesursachen sind Durchfall und Lungenentzündung.

Eine der Folgen von Armut ist Hunger. Die Erde kann theoretisch fast 12 Milliarden Menschen ernähren, derzeit leben weltweit nicht einmal sieben Milliarden. Trotzdem hungert fast jeder siebte.

Auch wenn die Medien ein anderes Bild vermitteln: Hunger ist im 21. Jahrhundert nur selten die Folge einer Knappheit von Nahrungsmitteln. Im Gegenteil: Noch nie waren Lebensmittel in solchem Überfluss vorhanden. Nur zehn Prozent der Hungernden, so schätzt man, hungern als Folge von Missernten, Naturkatastrophen oder Krieg. Hunger ist also ein Problem der Verteilung.


Hunger – nach Essen, Würde und Sicherheit

Hunger hat viele Gesichter: Weltweit fehlt Menschen das Nötigste zum Leben. Es mangelt an Frieden, Chancen und Perspektiven – und vor allem an ausreichend Nahrung. Die UN schätzt, dass fast 900 Millionen chronisch hungern – d.h. sie haben auch dann nicht satt zu essen, wenn unsere Medien nicht über Hungerkatastrophen berichten.
Welchen Einfluss Rosenanbau, Herstellung von Biosprit und Lebensmittelimporte auf Politik, Gesellschaft und Wirtschaft der von Hunger betroffenen Menschen haben, zeigt der Dokumentarfilm „Hunger“ an Beispielen:

Die gesamte Dokumentation finden Sie hier

 

Der Klimawandel trifft die Ärmsten

In vielen Entwicklungsländern fehlt es an technischen, finanziellen und personellen Kapazitäten, um sich auf den Klimawandel einzustellen. Manche Staaten sind zusätzlich durch ihre Lage gefährdet. Bangladesch zum Beispiel ist durch die steigenden Meeresspiegel besonders betroffen: weite Teile des Landes könnten dauerhaft überschwemmt oder durch die Gefahr von Überschwemmung unbewohnbar werden. Der Anteil des Landes an der weltweiten CO2 Emission beträgt aber nur 0,3-0,4 %. – das ist so viel wie die Stadt New York. Die Folgen des Klimawandels tragen diejenigen, die ihn nicht verursacht haben. Das gilt auch für Burkina Faso, eines der ärmsten Länder der Erde: Obwohl die Niederschläge im Jahres-durchschnitt etwa gleich bleiben, leiden die Menschen unter dem Klimawandel. Es regnet unregelmäßiger und heftiger, die ohnehin kurzen Wachstumsperioden werden unberechenbar. Die Pflanzen vertrocknen oder werden weggespült. Manche gut gemeinte Klimaschutzmaßnahme verschärft die Probleme zusätzlich: Biokraftstoffe sind zwar gut für die Umwelt. Sie verteuern jedoch Nahrungsmittel, weil sie die Anbauflächen verknappen.



 

Zum Weiterlesen: Studie gibt Denkanstöße – auch für den Alltag

„Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt – Ein Anstoß zur gesellschaftlichen Debatte“ lautet der Titel einer Studie des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Die Studie wagt einen Blick auf einen grundlegenden Wandel: Welche Veränderungen sind nötig, damit Deutschland zukunftsfähig wird und seinen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Welt leisten kann?
Die grundlegenden Probleme unserer Zeit können nicht nebenbei gelöst werden. Die Studie gibt Anregungen, macht Vorschläge, entwickelt Konzepte, skizziert Visionen. Dabei wird die Dimension der Aufgabe deutlich, aber auch die Möglichkeiten zum Handeln. Deshalb ist die Studie nüchtern und kritisch – aber auch motivierend!

Hier sind vielfältige Materialien zum Selberlesen und für die Arbeit mit Gruppen zu finden:

  • für Erwachsene
  • für Kinder und Jugendliche
  • für die Arbeit mit Projektpartnern
  • weiterführende Informationen zu angesprochenen Themen
  • in Form von Texten und DVDs.



Herausgeber sind Brot für die Welt (BfdW) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

"Gehorsam ist besser als Opfer."

1.Samuel 15,22

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